Wie du deinen Mix für LANDR vorbereitest

Wir sind uns dessen bewusst, dass jeder beim Mixen seinen persönlichen Geschmack und seine ganz eigene Vorgehensweise hat. Wir wollen auf keinen Fall, dass du dich bei Mixen eingeschränkt fühlst, daher hier nur ein paar Empfehlungen, die dir dabei helfen, das bestmögliche Ergebnis mit LANDR zu erzielen.

Sie hängen mit Dynamik und Headroom zusammen.

 

Dynamik

In Hinblick auf die Dynamik gibt es ein paar Dinge zu beachten, wenn du deinen Mix für LANDR vorbereitest.

Ein dynamischer Track hat eine hohen Dynamikumfang, der von leise bis laut reicht. Du kannst dir Dynamik auch auf der Mikro-Ebene vorstellen -- als die Differenz zwischen Pegeln und Intensitäten deiner Sounds in deinem Track.

Beim Mastering werden unter anderem Kompressionstechniken eingesetzt, die diesen Raum nutzen, um deinem Track Intensität und Präsenz verleihen sowie deinen Mix ‘zusammenzuhalten’ - falls dieser Dynamikbereich nicht vorhanden ist, gibt es nicht viel, das LANDR machen kann.

In den meisten Fällen steckt hinter einem Mix mit einem geringen Dynamikumfang zu starke Kompression oder zu intensives Limiting. Wir verstehen, dass du versucht bist, Kompression und Limiting beim Master- oder Stereo-Ausgang deines Mixes anzuwenden, da sich so Lautstärke und Intensität hinzufügen lassen, und schließlich willst du ja einen FETTEN Mix! Falls du jedoch vorhast, LANDR für den Feinschliff zu nutzen, dann solltest du das alles LANDR überlassen, wir übernehmen das für dich. Wenn du es gerne laut hast beim Mixen, kein Problem - drehe einfach deine Monitore hoch!

LANDR nutzt den Dynamikbereich, daher empfehlen wir, deinem Master-Kanal keine Dynamik-Plugins hinzuzufügen, die typischerweise während des Mastering-Prozesses zum Einsatz kommen (z.B. Limiter und Kompressoren) und mit denen du ausschließlich die Lautstärke hochschrauben willst. Du kannst durchaus Plugins auf deinen Master-Bus anwenden, allerdings nicht solche, die ausschließlich dazu dienen sollen, die Lautstärke bis zum Anschlag anzuheben!

Kompressoren sind ein essentielles Werkzeug, das häufig zum Einsatz kommt, wenn es darum geht, die Dynamik zu kontrollieren - was wir vollkommen empfehlen. Deine Dynamik mit Hilfe von Kompression unter Kontrolle zu bringen, kann zu einem besseren Mastering beitragen. Häufig klingt es jedoch besser, wenn man Kompression in kleinen Mengen an verschiedenen Stellen des Mixes hinzufügt, statt viel am Ende. Dementsprechend ist es in Ordnung, individuellen Spuren und Bussen ein wenig Kompression hinzuzufügen, solange sie nicht zu stark ist und deinen Track staucht!

Du wirst von uns nie zu hören bekommen, dass es nur eine Art zu mixen gibt - das ist schlichtweg falsch. Falls du also eher laut mixt, solltest du das auch tun. Wir wollen dich lediglich dazu ermutigen, mit deinem Mix zu experimentieren und herauszufinden, welche Resultate du mit LANDR erzielen kannst. Das ist der beste Weg, um herauszufinden, wie du gerne masterst.

 

Headroom

Was als nächstes zu beachten ist, ist Headroom. Headroom ist essentiell für ein gutes Mastering, da auch hier LANDR den Platz braucht, um seine Mastering-Einstellungen vorzunehmen. LANDR ist in seinen Fähigkeiten eingeschränkt, sofern es nicht ausreichend Spielraum in deinem Mix gibt, mit dem es arbeiten kann.

Der finale Mix sollte eine großzügige Menge an Headroom (dem Platz zwischen deinen höchsten Signalspitzen und 0dBFS, dem höchsten Pegel, den dein digitales Audiomaterial haben kann) haben.

Mit einem Headroom von 6dB gehst du auf Nummer sicher, d.h. dein Master-Ausgang (alle deine Spuren zusammen) sollte seine Signalspitzen bei ungefähr -6dBFS haben. -6dB ist großzügig - wir empfehlen diesen Richtwert, um auf Nummer sicher zu gehen. Es ist in Ordnung, wenn ein paar Signalspitzen die -6dB überschreiten, solange du sicherstellst, dass du ein paar dB an Headroom beibehältst. Vergiss nicht, dass es hierbei um die lautesten Stellen deines Songs geht, nicht um deinen durchschnittlichen Pegel.

Halte dich nicht zu sehr mit den Zahlen auf - brenzlig wird es, wenn die Signalspitzen 0dBFS überschreiten. 0dBFS ist das digitale Limit, nach dem es zur Verzerrung kommt. Deshalb zeigt dein Meter rot an! Es ist daher dein Hauptziel, dies zu vermeiden.

BEACHTE! Es ist stets besser, Headroom beim Mixen zu kreieren, statt die Abkürzung über den Master-Fader zu nehmen (dieser sollte bei 0 bleiben). Manchmal ist das in Ordnung, da wir allerdings die Mixing-Session und die Art des Gain Stagings, die angewendet wurde, nicht sehen können, empfehlen wir diesen Richtwert, um auf der sicheren Seite zu sein.

Am besten behältst du diese Dinge im Hinterkopf, wenn du mit dem Mixen anfängst, sodass du am Ende keinen Stress hast!

Mehr erfährst du in folgenden Artikeln von unserem Blog:

Wie du deine Tracks für das LANDR-Mastering vorbereitest

7 Tipps, die dir dabei helfen, Headroom zu schaffen, und wie das deinen Mix retten wird

Wenn du dein Audiomaterial aus deiner DAW exportiert hast, solltest du immer überprüfen, ob die Datei auch korrekt abspielt und die korrekte Länge hat, bevor du sie bei LANDR hochlädst.

Checkliste:

  • Vermeide es, Kompressoren oder Limiter auf deine Master-Ausgabe anzuwenden, nur um alles lauter zu machen (LANDR übernimmt das für dich).
  • Versichere dich, dass keiner deiner Mix-Kanäle (inklusive deinem Master-Kanal!) über 0dBFS liegt und es daher zu Clipping kommt.
  • Visiere einen dynamischen Mix mit ausreichend Headroom an.
  • Wenn dein Dynamikumfang bereits durch Kompression und/oder Limiting dezimiert wurde, hilft es nicht, Headroom zu schaffen, indem du deinen Master-Fader runterregelst, alles nach unten normalisierst, oder deine Limiter-Decke absenkst - echter Headroom ist nur dann etwas wert, wenn in deinem Track noch ein wenig Dynamik vorhanden ist.

 

Plugins (brauche ich sie oder nicht?)

PLUGINS! Du solltest alle Werkzeuge einsetzen, von denen du denkst, dass sie deinen Mix verbessern. Du machst die Regeln hier. VERGISS JEDOCH NICHT, die generelle Lautstärke LANDR zu überlassen.

Mache dir darüber beim Mixen keine Gedanken. Wähle die HOHE Intensität, um deinem Mix die Lautstärke eines kommerziellen Songs zu verpassen.

 

PROFI-HINWEIS: Plugins, die analogem Equipment nachempfunden sind (nichtlinear): Schaue dir deine gesamten Plugins an. Wie viele von ihnen sind altem analogen Equipment wie Kompressoren, EQs, Mischpult-Kanälen etc. nachempfunden? Sofern sie gut gemacht sind, verhalten sie sich höchstwahrscheinlich auch so wie das analoge Equipment, das sie imitieren sollen. Je stärker du sie in Anspruch nimmst, desto starker die Sättigung und Verzerrung und desto höher auch das unerwünschte Grundrauschen. Das muss nicht immer etwas Schlechtes sein und kann auch zu kreativen Zwecken eingesetzt werden, generell gilt jedoch, dass wenn du deine sämtlichen Plugins an die Pegelgrenze drückst, dein Mix am Ende spröde, hart und zweidimensional klingt. Wenn das Mastering von LANDR also nicht gänzlich deinen Vorstellungen entspricht, solltest du deine Plugin-Kette überprüfen und sicherstellen, dass sie nicht alle aus Versehen zu stark eingestellt sind!

 

Was ist mit Kompression, Limiting und Dithering?   

Sowohl Musikschaffende als auch Toningenieure nutzen Plugins auf kreative Art, jeder hat da seine kleinen Tricks, was wir toll finden.

Wie bereits zuvor erwähnt sind Kompressoren häufig ein unabdingbares Werkzeug, wenn man die Dynamik kontrollieren will, und wir ermutigen dich dazu, sie so einzusetzen, wie du es für nötig hältst. Vergiss dabei nur nicht, dass LANDR mehr für deinen Track herausholen kann, wenn du etwas sparsamer und kalkulierter mit der Kompression umgehst. Kompression kann schnell deinen Dynamikumfang verschlingen und je stärker du sie einsetzt (insbesondere, wenn sie für den kompletten Mix eingesetzt wird), desto weniger bleibt, mit dem LANDR arbeiten kann.

Limiter sind zu mehr zu gebrauchen als zum Absenken oder Anheben der Signalspitzen. Du kannst sie einsetzen, wo du willst, allerdings raten wir davon ab, einen auf deinen Master-Kanal zu legen und bis zum Äußersten auszureizen, um so mehr generelle Lautstärke zu bekommen - LANDR kennt sich da bestens aus und übernimmt das für dich.

Dithering ist eine ziemlich technische Angelegenheit, um die du dir jedoch nicht allzu viele Gedanken machen musst - denke einfach daran, es so wenig wie möglich einzusetzen. Falls du in einer Session unbedingt die Bit-Tiefe absenken musst, solltest du Dithering anwenden. Es ist jedoch am besten, das nur ein einziges Mal und ganz zum Schluss vor der Vervielfältigung und Distribution zu machen. Das bedeutet, du solltest es vermeiden, die Bit-Tiefe zu reduzieren, wenn du deine Tracks für LANDR oder einen Toningenieur vorbereitest. LANDR übernimmt das Dithering und die Reduzierung der Bit-Tiefe für dich. In den meisten DAWs (Digital Audio Workstations) kann man beim Exportieren das Dithering ausschalten.

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